Cord 812 – der Luxuswagen, der das Licht versteckte und die Regeln brach
Cord 812 Beverly Sedan von 1937 im Automuseum Autoworld in Brüssel, Belgien, 2011. Foto: Thomas Quine, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons.
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Cord 812 – der Luxuswagen, der das Licht versteckte und die Regeln brach

Gordon Buehrigs kühnes Design traf auf V8 und Frontantrieb

Mit flacher Karosserie, verborgenen Scheinwerfern und einem Getriebe, bei dem der Fahrer den nächsten Gang vorwählen konnte, schien der Cord 812 aus einer anderen Zeit zu kommen. Das Modelljahr 1937 markierte den Schlusspunkt eines kurzen, aber bemerkenswerten Kapitels amerikanischer Automobilgeschichte.

Von Lars EkströmChefredakteur · Oldtimer und Autogeschichte
3. November 2026 · 3 Min. Lesezeit

Mit Hilfe von KI aus dem Schwedischen übersetzt.

Auf der New Yorker Automobilausstellung im November 1935 begegnete das Publikum einem amerikanischen Luxuswagen, dem sowohl die übliche hohe Kühlerfront als auch stattliche seitliche Trittbretter fehlten. Auch die Scheinwerfer waren nicht zu sehen. Es war der Cord 810, der Vorgänger des Cord 812 von 1937. Die Form erregte sofort Aufmerksamkeit; das technisch anspruchsvolle Auto im Kundenalltag zuverlässig zum Laufen zu bringen, sollte sich als schwieriger erweisen.

Hier steht der Cord 812 Beverly Sedan des Modelljahrs 1937 im Mittelpunkt: eine viertürige Luxuslimousine mit V8-Saugmotor, gebaut von der Auburn Automobile Company in Indiana. Zur selben Modellfamilie gehörten auch offene Karosserievarianten und Kompressorversionen. Gemeint ist kein bestimmtes erhaltenes Fahrzeug, weshalb hier weder eine einzelne Fahrgestellnummer noch ein konkreter Restaurierungszustand angegeben werden kann.

Buehrigs flacher amerikanischer Luxuswagen

Hinter dem Design standen Gordon Buehrig und seine Mitarbeiter. Ihre Aufgabe bestand nicht nur darin, ein Fahrgestell zu dekorieren. Sie schufen eine Karosserie aus einem Guss, deren Proportionen den Wagen von zeitgenössischen amerikanischen Luxusautomobilen abhoben: eine breite Motorhaube, gerundete Kotflügel und eine Front mit horizontalen Rippen, die sich um die Ecken herum fortsetzten.

Cord 812 Beverly Sedan von 1937 beim Marin-Sonoma Concours d’Elegance 2012. Foto: David Berry from Rohnert Park CA, USA, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons.
Cord 812 Beverly Sedan von 1937 beim Marin-Sonoma Concours d’Elegance 2012. Foto: David Berry from Rohnert Park CA, USA, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons.

Der Spitzname „coffin nose“, Sargnase, trifft die fast möbelhafte Form der Motorhaube. Wo andere Hersteller einen aufrecht stehenden Kühler als Blickfang einsetzten, gab Cord dem Wagen eine niedrige, architektonisch geprägte Front. Die verborgenen Scheinwerfer saßen in den vorderen Kotflügeln und wurden mit Handkurbeln vom Innenraum aus ausgeklappt. Das war also keine elektrische Showmechanik, sondern eine handfeste Lösung, bei der der Fahrer selbst mitwirken musste.

Der Frontantrieb war für die Proportionen entscheidend. Weil die Kraft nicht über eine Kardanwelle zu den Hinterrädern geleitet werden musste, konnten Boden und Karosserie tiefer angeordnet werden. Zusammen mit der Fahrgestellkonstruktion machte dies die traditionellen Trittbretter überflüssig. Zum Einsteigen musste man nicht mehr auf eine dazwischenliegende Plattform treten.

Cord hatte bereits beim Modell L-29 Frontantrieb eingesetzt. Mit dem 810 und 812 erhielt die Technik einen deutlich moderneren optischen Ausdruck. Das Ungewöhnliche war, wie konsequent Konstruktion und Gestaltung in dieselbe Richtung arbeiteten.

V8 mit zwei unterschiedlichen Temperamenten

Unter der Haube saß ein seitengesteuerter V8 von Lycoming, das wie Auburn zu E. L. Cords Unternehmenswelt gehörte. Der Motor war kompakt im Vergleich zum Reihenachtzylinder, der noch immer in vielen amerikanischen Prestigeautomobilen zu finden war. Das Getriebe war vor dem Motor angeordnet und trieb die Vorderräder an.

Der Standardmotor machte den 812 eher zu einem aufwendigen Reisewagen als zu einem reinrassigen Sportwagen. Für 1937 wurde auch ein Zentrifugalkompressor angeboten, der mehr Luft in den Motor presste und die Leistung steigerte. Diese Version sprach Kunden an, die die eigenwillige Form mit größeren Geschwindigkeitsreserven verbinden wollten.

Die außenliegenden, metallverkleideten Auspuffrohre an den Seiten der Motorhaube wurden zum deutlichsten Erkennungsmerkmal der Kompressorwagen. Doch die Rohre allein sind bei einem Auto, das im Laufe von fast neun Jahrzehnten umgebaut worden sein kann, kein sicherer Echtheitsnachweis. Beim Kauf müssen Motorausführung und Fahrzeugdokumentation übereinstimmen. Ein gewöhnlicher 812 darf nicht automatisch als kompressoraufgeladen bezeichnet werden, nur weil er diese auffälligen Details trägt.

Der nächste Gang wurde vorgewählt

Der Innenraum setzte denselben technischen Anspruch mit einer reich instrumentierten Armaturentafel und einem kleinen Gangwähler am Lenkrad fort. Cord verwendete ein manuelles Viergang-Vorwahlgetriebe mit elektrischer und vakuumunterstützter Betätigung.

Ein Cord 812/SC Supercharged Beverly Sedan von 1937, fotografiert im Louwman Museum in den Niederlanden. Foto: AlfvanBeem, CC0, via Wikimedia Commons.
Ein Cord 812/SC Supercharged Beverly Sedan von 1937, fotografiert im Louwman Museum in den Niederlanden. Foto: AlfvanBeem, CC0, via Wikimedia Commons.

Der Fahrer wählte den gewünschten Gang im Voraus. Der eigentliche Gangwechsel erfolgte dann beim Treten des Kupplungspedals. Es war kein Automatikgetriebe: Die Kupplung gehörte weiterhin zum Bedienablauf. Dafür musste der Fahrer keinen langen Schalthebel am Boden durch ein herkömmliches Schaltschema führen.

Die Idee passte zum Anspruch des Luxuswagens: weniger Handarbeit und ein aufgeräumterer Fahrerplatz. Die Ausführung war auf eine korrekte Justierung angewiesen, und frühe Probleme unter anderem mit dem Schaltsystem schadeten dem Ruf des Modells. Für heutige Besitzer sind deshalb ein funktionierendes Vakuumsystem, elektrische Kontakte und eine richtig eingestellte Mechanik ebenso wichtig wie schöner Lack. Die Redaktion hat den Wagen nicht probegefahren; seine Besonderheit liegt hier in der Konstruktion und dem vorgesehenen Einsatzzweck.

Ein kurzes Leben, eine lange Nachgeschichte

Die Produktion endete 1937, als Auburn den Automobilbau einstellte. Der Cord 812 wurde damit nicht zum Auftakt einer langen Modellreihe, sondern zum Abschluss eines kühnen Versuchs, den amerikanischen Luxuswagen neu zu definieren.

Heute sind Originalität und eine dokumentierte Restaurierung entscheidend für den Sammlerwert. Karosserievariante, Kompressorausführung, Historie und mechanischer Zustand können für große Preisunterschiede sorgen; eine allgemeingültige Bewertung wäre irreführend. Eine fachgerecht instand gesetzte Schaltbetätigung kann für die Nutzbarkeit mehr bedeuten als neuer Chrom.

Darin liegt auch die Faszination dieses Autos. Der Cord 812 ist nicht nur ein ungewöhnlicher Anblick. Er zeigt, was passiert, wenn Gestalter und Konstrukteure gleichzeitig den Mut zum Umdenken haben – und die Werkstatt anschließend dafür sorgen muss, dass die Zukunft funktioniert.

Quellen

  1. Gordon M. Buehrig och William S. Jackson, Rolling Sculpture: A Designer and His Work (1975)
  2. Beverly Rae Kimes och Henry Austin Clark Jr., Standard Catalog of American Cars 1805–1942 (1996)
  3. Auburn Cord Duesenberg Automobile Museum, Auburn Cord Duesenberg Automobile Museum
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